Bautrocknung – die wichtigsten Regeln – selber wissen ist schlau

🔴 Ca. 10.000 Liter Wasser befinden sich in Ihrem Neubau: in Baumaterialien, wie Mörtel, Beton, Estrich, Putz, Anstrich, … , kurz: in allem, was mit Wasser angerührt wird und Wasser zum Abbinden benötigt.

Bautrocknung

▶︎  Die richtige Bautrocknung ist der Garant für Ihre Wohnqualität.

Bauherrenberatung

Warum ist das so? Feuchte Luft innerhalb geschlossener Räume führt zu Schimmel und zu Atemwegserkrankungen. Darüber hinaus schädigt feuchte Luft in geschlossenen Räumen das Interieur. Die richtige Bautrocknung ist das A und O für gesundes Wohnen in den eigenen vier Wänden.

Was kann getan werden?

▶︎  Die natürliche Bautrocknung ist die Methode mit dem geringsten Energieaufwand, aber die Methode mit dem höchsten Zeitaufwand. Wer die Gelegenheit hat, seinen Neubau auf natürliche Weise zu trocknen, sollte dies über die kalte Jahreszeit tun. Es nennt sich auch „Ausfrieren“. In kalter Luft kondensiert das Wasser auf natürliche Weise und wird durch den Wind abtransportiert. Dazu sollte das Dach gedeckt sein, aber Fenster und Türen noch nicht eingebaut sein. Sollte dies doch der Fall sein, müssen Sie regelmäßig und ausgiebig lüften, oder Sie denken über eine künstliche Bautrocknung nach.

▶︎  Die künstliche Bautrocknung geschieht über strombetriebene Bautrockner.  Es ist eine Kombination aus Kondensation und Luftverwirbelung. Im Grunde genommen funktioniert eine künstliche Bautrocknung ähnlich wie ein Wäschetrockner, nur in einem viel größeren Maßstab. Die künstliche Bautrocknung funktioniert nur in geschlossenen Gebäuden. Fenster und Türen müssen während dessen geschlossen bleiben. Die Trocknungszeit dauert 15 bis 25 Tage. Eine Woche nach Aufbringen der letzten wassergebundenen Schicht, z.B. Estrich, kann mit der künstlichen Bautrocknung begonnen werden. Ein früherer Einsatz von künstlichen Trocknungsverfahren kann zur Rissbildung in den Materialien führen. Der Einsatz von Hitze mit Heizstrahlern kann Ebenfalls zur Rissbildung führen.

▶︎  Wichtig: Hände weg von Gasheizgebläsen oder anderen Gasheizstrahlern. Warum? Pro Kilogramm Gas stößt das Gasheizgebläse knapp einen Liter Wasser (0,8 Liter) aus, denn Wasserdampf ist der Hauptbestandteil des Abgases. Das ist natürlich nicht im Sinne einer Gebäudetrocknung. Ich habe schon oft erlebt, dass Gasheizgebläse als Bautrockner angeboten werden. Das ist fachlich gesehen falsch.

▶︎  Regelmäßiges Durchlüften des gesamten Gebäudes ist generell ab Erstbezug eines Neubaus  für die nächsten 2 – 3 Jahre von erheblicher Wichtigkeit um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Ein Neubau benötigt unabhängig vom Trocknungsverfahren ca. 2 – 3 Jahre bis die überschüssige Feuchtigkeit aus allen Baumaterialien entwichen ist. Man bedenke, dass immerhin 10.000 Liter Wasser für den Bau eines gemauerten durchschnittlich großen Eigenheimes benötigt werden.

▶︎  Zusammengefasst:

  • ca. 10.000 Liter Wasser befinden sich in Ihrem Neubau: in Baumaterialien, wie Mörtel, Beton, Estrich, Putz, Anstrich, … , kurz: in allem, was mit Wasser angerührt wird und Wasser zum Abbinden benötigt und außerdem in Bauholz
  • 2 – 3 Jahre dauert die absolute Trockenzeit für einen Neubau
  • natürliche Bautrocknung optimalerweise über die kalte Jahreszeit hinweg bei gedecktem Dach und natürlicher Durchlüftung in allen Räumen
  • künstliche Bautrocknung mittels Bautrockner innerhalb von ca. 15 – 25 Tagen, frühestens ab eine Woche nach Fertigstellung letzter wassergebundener Schicht
  • Restfeuchte entweicht dennoch über die nächsten 2 – 3 Jahre -> lüften!
  • abzuraten ist von Gasheizgebläse oder Gasheizstrahler, denn sie wirken gegen die Bautrocknung
  • Heizstrahler können generell zur Rissbildung in den Materialien führen


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