Haftung: das Haftungsrisiko bei Hilfe durch Freunde am Bau

Die Frage nach der Haftung und die Antwort: Der Bauherr haftet. Der Bauherr ist der Verantwortliche auf seiner Baustelle. Er muss für die Sicherheit und für den Versicherungsschutz seiner Helfer gerade stehen.

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Sie bauen ein Haus und nehmen gerne jede angebotene Hilfe von Freunden, Nachbarn und Familie an. Es kommt leider zu einem Unfall. Jemand bricht sich ein Arm, muss ärztlich behandelt werden und ist für die nächste Zeit nicht in der Lage, dem Beruf nachzugehen. Hier stellt sich die Frage nach der Haftung. Wer haftet dafür? Gute Frage! Konkrete Antwort: Der Bauherr haftet. Der Bauherr ist der Verantwortliche auf seiner Baustelle. Er muss für die Sicherheit und für den Versicherungsschutz seiner Helfer gerade stehen.

Empfehlungen:

Prüfen Sie, ob Ihre Privathaftpflichtversicherung die Haftpflichtrisiken eines Bauherren abdeckt. Falls nicht, schließen Sie eine Bauherren-Haftpflichtversicherung mit der empfohlenen Mindestversicherungssumme von drei Mio. Euro ab oder ändern bzw. erweitern Sie Ihre Privathaftpflichtversicherung dahingehend, dass zusätzlich die Haftpflichtrisiken eines Bauherren abgedeckt sind. Haftpflichtrisiken sind alle Risiken, die von Ihrer Baustelle und Baugrundstück ausgehen, z.B. dass unbeteiligte Personen wie Nachbarn oder Passanten durch Bautätigkeiten zu Schaden kommen.

Melden Sie auf jedem Fall Ihre privaten Helfer bei der gesetzlichen Unfallversicherung an. Das ist Pflicht. In Ihrem Fall wäre das die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau). Dies sollte ohne weiteres online möglich sein. (http://www.bgbau.de/) Frist: Innerhalb einer Woche ab Start der Arbeiten müssen Sie als Bauherr ihre Baustelle und die Anzahl Ihrer Helfer bei der BG Bau melden. Rechnen Sie mit Bußgeld, falls Sie die Anmeldung unterlassen oder versäumen. Ob Ihre Helfer nur mal kurz mit anpacken oder öfter helfen, ob die Helfer dies mit oder ohne Gegenleistung tun, ist nicht relevant. Die Haftung liegt bei Ihnen als Bauherr. Selbsterklärend ist, dass Sie ein Unfall der BG Bau unbedingt melden müssen. Der Versicherungsschutz gilt für Unfälle auf der Baustelle und für Unfälle auf dem Weg von und zur Baustelle. Leistungen wie Heilbehandlung, Erleichterung der Folgen eines Unfalls, Geldleistungen an Verletzte oder Hinterbliebene der Unfallopfer und Berufshilfe gewährt die BG Bau.

Ausnahmen gibt es bei sogenannten nahen Freunden oder Verwanden, die Gefälligkeiten erbringen, denn sie sind nicht gesetzlich versichert. Die Haftung liegt dennoch bei Ihnen als Bauherr. Eine klare Definition, was nicht gesetzlich versicherte Gefälligkeitsleistungen sind, ist, soweit mir bekannt, in den gesetzlichen Vorschriften sowie in der Rechtsprechung nicht zu finden. Hier kann es helfen, sich direkt an die BG Bau zu wenden. Auf keinen Fall gesetzlich versichert sind Sie selbst als Bauherr und Ihr Lebenspartner oder Ehepartner. Hier kommt eine freiwillige Versicherung bei der BG Bau in Frage.

Eine private  Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfallversicherung oder Bauhelferversicherung  ersetzt die Versicherung durch die BG Bau nicht, kann sie aber ergänzen.

Sie, als Bauherr, haben die Verkehrssicherungspflicht Ihrem Architekten oder Ihrem Bauunternehmen übertragen? Dennoch haben Sie eine Überwachungspflicht. Falls es zu Sicherheitsrisiken auf der Baustelle kommen sollte, müssen Sie für die Sicherheit sorgen und die Risiken beseitigen. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

Ihr Anton Georg Schenkel, beratender Ingenieur

 


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