Schlüsselfertig-Vertrag

🔴 Schlüsselfertig bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Bauherr mit einem Schlüssel die Haustür aufschließt, während draußen der Möbeltransport und Frau mit Kindern warten.

Schlüsselfertig Vertrag
Ist schlüsselfertig wirklich fertig?

Bauherrenberatung, Unternehmensberatung

Gute Frage! Aber Sie werden sich wundern! Schlüsselfertige Häuser können ohne Fundament und ohne Bodenplatte verkauft werden, um gleich mal mit dem gravierendstem Irrtum anzufangen.

Verträge zwischen den Zeilen lesen! Auf Formulierungen und dessen Auslegungsmöglichkeiten achten!

Die fehlende rechtliche Definition

Die fehlende eindeutige rechtliche Definition von „schlüsselfertig“ lässt großen Spielraum in der Auslegung zu:

Sind Malerarbeiten inbegriffen oder nicht? Oder wie verhält es sich mit der Einbauküche, dem Fußboden, den Hausanschlüssen? Wird eine Baustraße benötigt, wird der Bauschutt abtransportiert?

Schlüsselfertig bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Bauherr oder Käufer eines Fertighauses mit einem Schlüssel die Haustür aufschließt, während draußen der Möbeltransport und Frau mit Kindern warten.

Schlüsselfertig ist „fertig“ im Sinne des geschlossenen Vertrages mit dem Fertighauslieferanten, Bauträger oder Generalunternehmer.

Nicht mehr und nicht weniger. Die Schlüsselübergabe ist nur symbolisch. Die Verbraucherschützer sehen das natürlich anders und der gesunde Menschenverstand auch.

Achtung: Baunebenkosten

Siehe auch hier: Die Baunebenkosten. Bei einem sogenannten Schlüsselfertig-Vertrag werden die reinen Baukosten, Errichtungskosten bzw. Herstellungskosten in Rechnung gestellt. Baukosten gehen exklusive Baunebenkosten in die Gesamtkalkulation ein.

Der Festpreis ist nicht der Endpreis. Das gilt auch für schlüsselfertiges Bauen.

Baunebenkosten beinhalten Kosten für zusätzliche Leistungen von Sachverständigen, Fachingenieure, Architekten, Statiker, Gebühren für Bauanträge und andere Amtsgänge usw.

Fazit:

Machen Sie sich schlau. Hier ist es ratsam mal ganz kleinkariert die Erbsen zu zählen und sich über die Rechtslage zu informieren. Unterschreiben Sie nichts unüberlegt. Ich habe schon Bauherren erlebt, die haben gutgläubig schnell unterschrieben, um endlich anzufangen. Wie Sie sich denken können, hatte dies fatale Folgen. Auch wenn der Chef der Baufirma ein Bekannter des besten Freundes ist. Lassen Sie sich Zeit, kontrollieren Sie, lassen Sie von sachkundigen Personen Verträge gegenlesen. Suchen Sie rechtzeitig das Haar in der Suppe, denn das kann später zu einem Fallstrick werden. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

Ihr Anton Georg Schenkel, beratender Ingenieur

Zur Vertiefung des Themenbereichs kann ich Ihnen empfehlen, sich mit dieser von mir ausgewählter Literatur zu befassen.


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